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(15. Februar 1861 in Fleurier, NE; 13. Juni 1938 in Sèvres)
Er erhielt 1920 den Physik-Nobelpreis als "Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiet der Präzisionsmessung in der Physik und für seine Entdeckung der Eigenheiten der Stahl-/Nickelverbindung".
Charles Guillaume studierte und promovierte an der ETH Zürich. Nach einer kurzen Zeit bei der Schweizer Infanterie nahm er eine Stellung beim Internationalen Büro für Maße und Gewichte in Paris an. Der Institution blieb er bis an sein Lebensende verbunden, zuletzt als Ehrendirektor. Unter anderem war er dort an den Arbeiten für den Urmeter beschäftigt.
1896 entwickelte er die Invar-Legierung. Seine Arbeiten insbesondere zur Ausdehnung von Stahl-Nickel-Verbindungen führten zu entscheidenden Verbesserungen bei Thermostaten, Astronomischen Uhren und Präzisionsuhren.
Die Universitäten in Genf, Neuchatel und Paris verliehen ihm einen Ehrendoktor. Er war Präsident der Société Française de Physique und Mitglied, Ehrenmitglied oder korrespondierendes Mitglied in mehr als einem Dutzend wissenschaftlichen Gesellschaften in Europa.
"Invar", das Invariable, Unveränderliche, eine Eisenlegierung mit 36% Nickel, verändert seine Länge nicht oder doch kaum, wenn die Temperatur schwankt. Andere Legierungen haben ein "Gedächtnis", manche verlieren ihren elektrischen Widerstand bei tiefen Temperaturen ...
Es muss für Charles Edouard Guillaume, den Erfinder, ein Augenblick des Triumphes gewesen sein: Über hundert Meter seiner "Invar" getauften Legierung hingen als Draht von der zweiten Plattform des Eiffelturms herunter. Das untere Ende des Drahtes war am Erdboden fixiert, das andere Ende auf der Plattform mit einem beweglichen Hebel verbunden, der wiederum einen Schreibstift bewegte, der auf eine Registriertrommel drückte. "Invar", das Invariable, Unveränderliche, eine Eisenlegierung mit 36% Nickel, sollte seine Besonderheit zeigen: Es verändert seine Länge nicht oder doch kaum, wenn die Temperatur schwankt. Aber der Eiffelturm selber streckte sich am Vormittag des 8. Juni 1912 in der wärmer werdenden Luft, millimeterweise schob sich die zweite Plattform nach oben. Mit dem Invardraht als unveränderlicher Referenz ließ sich das Ganze genau registrieren. Am späten Nachmittag sackt der gesamte Turm, von einem Regenschauer abgekühlt, um fast vier Zentimeter zusammen.
Quelle: www.weltderphysik.de